Grüße aus der Vergangenheit

Das Gleichnis von den Winzern im Weinberg (Mt 21,33-44) ist von politischer Brisanz. Jesus erzählt die Geschichte eines Weinbergbesitzers, der in alttestamentlicher Tradition als Gott identifiziert wird, der den Weinberg (das Volk Israel) im gelobten Land pflanzt (vgl. Jes 5, 1-7). Dieser Weinberg wird nun Pächtern übergeben, die den Weinberg bewirtschaften. Als der Besitzer seinen … Weiterlesen Grüße aus der Vergangenheit →

Glaube, klein wie ein Senfkorn

Vor einigen Jahren hatte ich die Möglichkeit, eine ganze Woche in Assisi, dem Wirkungsort des Heiligen Franziskus zu verbringen. Ich nutzte die Zeit, um die verschiedenen Orte in der italienischen Kleinstadt zu besuchen und an ihnen aus den Lebenserinnerungen des Heiligen zu lesen, die der Theologe Bonaventura aufgeschrieben hat. Ich tauchte also in die Welt … Weiterlesen Glaube, klein wie ein Senfkorn →

Arme Seelen im Fegefeuer?

In der vergangenen Woche war eine Messintention in unserem Wochenplan zu finden, welche das Gebet für die „armen Seelen im Fegefeuer“ vermerkte. Das hat Widerspruch herausgefordert. Darf heute noch in dieser Weise über die Verstorbenen gesprochen werden? Ist die Lehre vom Fegefeuer nicht längst überholt? Vermutlich schwingt bei diesem Einwand die Erinnerung an die frühe … Weiterlesen Arme Seelen im Fegefeuer? →

Die alte Heimat

Wenn ich bei unseren älteren Gemeindemitgliedern nach ihrer Herkunft frage, zählen sie Ortsnamen aus einer vergangenen Zeit auf. Ich höre von Hindenburg, Schneidemühl, Beuthen, Reichenberg oder Neumark. Die Orte gibt es noch, die Namen nicht mehr. Viele unserer katholischen Familien hier in der Diaspora kommen ursprünglich aus Schlesien, dem Sudetenland, aus Danzig, Pommern oder Ostpreußen. … Weiterlesen Die alte Heimat →

Biblische Botanik

Wie Rubiks Zauberwürfel, bunte Leonardo-Gläser oder  Räuchermännchen, so gehörte auch die Rose von Jerichow zu den Dingen, die in den 80er Jahren in keinem bürgerlichen Haushalt der BRD fehlten. Es handelte sich bei ihr um eine in sich zusammengezogene vertrocknete Pflanze, die, wie die Verkäufer auf Weihnachts- oder Handwerkermärkten wortreich erklärten, aus dem kahlen Wüstengrund … Weiterlesen Biblische Botanik →

Die schönen und die hässlichen Kinder Evas

Das Gleichnis vom anvertrauten Geld (Mt 25,14-30) ist rätselhaft. Es scheint nicht aufzugehen. Ein reicher Mann vertraut seinen Dienern Teile seines Vermögens an. Dann geht er auf Reisen und beauftragt sie, mit dem Geld gewinnbringend zu wirtschaften. Während die, denen viel Geld gegeben wurde eine gute Rendite erwirtschaften, wird der, dem wenig anvertraut wurde zögerlich. … Weiterlesen Die schönen und die hässlichen Kinder Evas →

Burnout

Der sogenannte „Burnout“ gehört zu den Zivilisationskrankheiten unserer Zeit. „Burnout“ ist weniger eine medizinische Diagnose, sondern die Beschreibung für einen seelischen Zustand. Dieser Zustand ist der einer großen Erschöpfung. Ein Bekannter, der einen „Burnout“ erlebt hatte, berichtete mir davon so: „Ich hatte den Eindruck, dass ich jeden Tag bei der Arbeit unheimlich beschäftigt war. In … Weiterlesen Burnout →

Sphärentrennung

Auf dem Höhepunkt des ersten Fernsehduells zwischen Donald Trump und Joe Biden kam es zu einer besonders hässlichen Passage der Auseinandersetzung. Als Biden auf seinen Sohn Beau zu sprechen kam und ihn als Beispiel für einen vorbildlichen Soldaten darstellte, unterbrach ihn der Präsident und beschuldigte Bidens anderen Sohn Hunter, wegen Kokainmissbrauchs unehrenhaft aus dem Militär … Weiterlesen Sphärentrennung →

Die verweigerte Pacht

In diesem Jahr fallen der Gedenktag des Hl. Franziskus (4. Oktober) und das Erntedankfest an vielen Orten zusammen. Von dankbarer Ernteseligkeit ist in den Texten des Sonntags nichts zu spüren. Das Gleichnis des Evangeliums spielt zwar in einem landwirtschaftlichen Kontext, schildert aber einen handfesten, blutigen Konflikt: „In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und … Weiterlesen Die verweigerte Pacht →

Gutmenschen [zum Caritassonntag]

Es ist schon erstaunlich, dass der Begriff „Gutmensch“ in den letzten Jahren zu einem Unwort geworden ist. Er wird meist abwertend gebraucht. Als „Gutmensch“ wird ein Idealist bezeichnet, also jemand, der daran glaubt, dass die Übel der Welt, Armut, Krankheit, Krieg, Spaltung, Streit oder soziale Not überwunden werden können. Dem Gutmenschen wird nachgesagt, naiv zu … Weiterlesen Gutmenschen [zum Caritassonntag] →

Inständig bitten

Die gewohnte Einkaufsroutine auf der Hamburger Spitalerstraße wurde an diesem Samstag kurzfristig unterbrochen. Um die Mittagszeit tauchte eine lange Kette schwarzer Regenschirme über den Köpfen der Passanten auf. Sie wurden getragen von schwarzgekleideten Demonstranten. Diese marschierten im Gänsemarsch, einer hinter dem anderen, in einer wohl mehrere hundert Meter langen Schlange vom Hauptbahnhof auf das Rathaus … Weiterlesen Inständig bitten →