„Ein Auge gibt´s, das alles sieht, auch, was in tiefster Nacht geschieht.“ Dieser Spruch sollte etwas über das Sehen Gottes aussagen. Er wird heute kaum noch verwendet. Er sollte eine Ermahnung, vielleicht sogar eine Drohung ausdrücken: „Nichts bleibt unbeobachtet.“ „Glaube nicht, dass du vor Gott etwas verbergen könntest.“ „Alles kommt ans Licht.“ In der Barockzeit … Weiterlesen Gott sieht [Predigt zum ökumenischen Stadtgottesdienst]
Schlagwort: Evangelium
Über die Nachsicht Gottes
Als Jugendlicher bin ich einige Jahre als Gruppenleiter beim Zeltlager unserer Pfarrei dabei gewesen. Damals hatten wir die Gewohnheit, uns nach dem Abendessen zur Gruppenleiterrunde zu treffen. Wir haben uns erzählt, wie wir den bisherigen Tag erlebt haben, das Programm für den nächsten Tag besprochen und dann Fragen geklärt, die sich im Lauf der Zeit … Weiterlesen Über die Nachsicht Gottes
Am Fenster sitzen
Franz Kafka hat eine kleine Erzählung geschrieben mit dem Titel „Eine kaiserliche Botschaft“. Sie ist im Kern ein Denkexperiment. Man stelle sich vor, der Kaiser, also die höchste Majestät habe eine Nachricht, die nur für dich selbst bestimmt ist. Kurz vor seinem Tod gibt der Kaiser diese Botschaft an einen Diener weiter, lässt sie sich … Weiterlesen Am Fenster sitzen
Über die Kunst, Abschied zu nehmen
Gegen Ende unseres Studiums, kurz bevor wir als Kapläne in die Gemeinden gingen, erteilte uns unser damaliger Rektor eine wichtige Lektion. Er sagte uns sinngemäß: „Sie gehen jetzt in die Gemeinden und Sie werden dort viel Gutes erleben. Die Leute freuen sich über Sie als junge Priester und werden Sie gut aufnehmen. Die erste Kaplansstelle … Weiterlesen Über die Kunst, Abschied zu nehmen
Die Landschaft – Natur, Seele, Religion
Zu Beginn des Jahres besuchte ich das Museum Barberini in Potsdam. Unwissend, was mich dort erwarten würde, rechnete ich, wahrscheinlich in einem Fehlschluss aus meiner Vertrautheit mit dem Museo Barberini in Rom mit einer Sammlung von Gemälden der Renaissance und des Barock. Das namensgleiche Potsdamer Haus hingegen beherbergt im Kern eine beeindruckend große Sammlung impressionistischer … Weiterlesen Die Landschaft – Natur, Seele, Religion
Home is where the Heart is
Wenn ich richtig gezählt habe, dann bin ich in meinem Leben schon 15 Mal umgezogen. Der häufige Wohnungswechsel ist auf der einen Seite schön, weil er immer wieder mit einem neuen Lebensabschnitt, einer neuen Aufgabe oder einem neuen Umfeld verbunden ist. Zugleich ist er auch problematisch. Jeder Wohnungswechsel fordert, abgesehen von der Last der immer … Weiterlesen Home is where the Heart is
Schöpferische Kraft [zum Osterfest]
Im Rückblick wundere ich mich manchmal, wie umständlich meine Schulzeit gewesen sein muss. Ich erinnere mich noch ganz gut daran, wie ich in der neunten Klasse den Auftrag bekam, für das Fach Erdkunde ein Referat über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland vor dem 2. Weltkrieg zu halten – ein Thema von dem ich keine Ahnung … Weiterlesen Schöpferische Kraft [zum Osterfest]
Die Geheimnisse der Pyramide
Unter den sieben Weltwundern der Antike stand die ägyptische Cheops-Pyramide an erster Stelle. Schon die alten Römer bewunderten diesen größten Pyramidenbau der Pharaonen. Die Faszination für das Bauwerk hat seitdem nicht nachgelassen, im Gegenteil. Seit hunderten von Jahren wird die Pyramide nicht nur bewundert, sondern zugleich auch erforscht. Tatsächlich gibt es immer noch Neues zu … Weiterlesen Die Geheimnisse der Pyramide
Macht die Sünde blind?
Die Heilung eines Blinden, wie sie das Johannesevangelium erzählt (Joh 9, 1-41), ist anders als viele andere Heilungserzählungen der Evangelien. Um die Heilung herum nämlich gruppiert sich eine ganze Ansammlung von Diskussionen und Befragungen, bei denen die Pharisäer versuchen zu verstehen, was dort geschehen ist. In diesen Gesprächen findet sich ein Gedanke, der uns heute … Weiterlesen Macht die Sünde blind?
Ein ideales Gespräch
Die Evangelien der diesjährigen Fastenzeit erzählen von entscheidenden Begegnungen, die Menschen mit Jesus haben. Jedes der Evangelien gibt eine Antwort auf die Frage, auf welche Weise Menschen zum Glauben an Jesus kommen können. In der letzten Woche waren die Jünger mit ihm auf den Berg der Verklärung gestiegen und hatten in der Verwandlung Jesu tief … Weiterlesen Ein ideales Gespräch
Der Bastelbogen [Reimpredigt]
Der Möglichkeiten sind beileiben,genug, die Zeit sich zu vertreiben.Die einen pflegen gern den Garten,die andern gerne Touren starten,dreh’n mit dem Fahrrad viele Rundenum ihre Gegend zu erkunden.Die nächsten gerne Münzen sammelnoder auf der Gitarre schrammeln.Ein andrer züchtet fleißig Tauben,liebt es, am Auto rumzuschrauben.Die Klassiker zu allen Zeitensind Backen oder Handarbeiten.Es dürfte wohl kaum jemand’ geben,dem … Weiterlesen Der Bastelbogen [Reimpredigt]
Vom Fischer zum Menschenfischer
Ich möchte Ihnen von einer Begegnung erzählen. Es war vor etwa zwei Jahren. Ich war zu einem Priestertreffen ins Rheinland gefahren, nach Ehreshoven, dem Bildungshaus der Malteser in Deutschland. Beim Frühstück saß am Tisch neben unserer Gruppe ein Mann, etwa Mitte fünfzig. Wir begrüßten ihn und stellten uns kurz vor. Als ich erzählte, dass ich … Weiterlesen Vom Fischer zum Menschenfischer
Wer bin ich eigentlich? [Impuls zum Weihnachtsfest]
„Ich glaube an den Vater“- Mit dieser Zeile beginnt ein Lied von Markus Pytlik, das sich in den letzten Jahren zu einem vielgesungenen Kirchenschlager entwickelt hat (im „Hamburger“ Gotteslob Nr. 792). Der Autor hat sich hier um eine Vertonung des Glaubensbekenntnisses in vier Strophen bemüht. Dabei nötigen das Versmaß und das Bemühen um eine bessere … Weiterlesen Wer bin ich eigentlich? [Impuls zum Weihnachtsfest]
Erinnerungen, Erwartungen, Enttäuschungen [3. Advent]
Das Evangelium des dritten Adventssonntags (Mt 11,2-11) spielt in einem Zwischenraum. Johannes, der Prophet aus der Wüste ist gefangengenommen worden. Vom Gefängnis aus lässt er sich über Jesus berichten. „Wer ist das?“, fragen sich die Leute, „was können wir von ihm erwarten?“ „Sollte Jesus der von Johannes verheißene Messias sein?“. Die Jünger des Johannes gehen … Weiterlesen Erinnerungen, Erwartungen, Enttäuschungen [3. Advent]
An den Ruinen beten
Mitten in der Jerusalemer Altstadt befindet sich ein Platz, der einem unbedarften Besucher eigenartig vorkommen wird. Tag und Nacht stehen dort die frommen Juden, die Männer mit ihren schwarzen Hüten und den Gebetsschals, die Frauen mit Kopftüchern bedeckt. Sie halten in den Händen kleine Bücher oder Zettel, wiegen ihre Köpfe und zitieren still vor sich … Weiterlesen An den Ruinen beten














