„Stranger Things“ oder: Die Hölle in dir

[see English version below]

In der vergangenen Woche wurde ich mehrfach auf die Netflix-Serie „Stranger Things“ angesprochen. Tatsächlich bescherte die kürzlich herausgekommene vierte Staffel dem Streaming-Dienst Rekordabrufe und breite Beachtung im Feuilleton. Ein solches Phänomen wie der gegenwärtige Hype um „Stranger Things“ zeigt, dass ein fiktionales Werk offensichtlich nicht bloß gute Unterhaltung bietet, sondern in unsere Zeit hineingesprochen auch die Aktualität reflektiert. Irgendetwas, das uns jenseits der erzählten Geschichte anspricht, verbirgt sich hinter den mit großem Aufwand produzierten Bildern. Zudem lassen die bislang veröffentlichten Folgen immer noch eine Reihe von Fragen offen, über die sich trefflich spekulieren lässt. Ich glaube, „Stranger Things“ ist im Wesentlichen eine Reflexion über die Fragen des Bösen, der Hölle und der Erlösung. Im Kern geht es also um religiöse Themen, auch wenn die Serie mit expliziten religiösen Anspielungen äußerst sparsam umgeht. Ich möchte daher hier keine Filmkritik schreiben, sondern anhand der Serie, die ich selbst auch mit großem Interesse gesehen habe, den dahinter liegenden Themen nachgehen. Im Kern begegnen wir hier, so meine Überzeugung, einem unreligiösen Mythos, der in der heutigen Zeit anschlussfähig ist.

Grundzüge der Handlung von „Stranger Things“

Die Handlung der mittlerweile 32 veröffentlichten Folgen zusammenzufassen ist hier nicht möglich. Für diejenigen, die die Serie nicht kennen, sollen hier nur ein paar Grundkonstellationen herausgestellt werden.

„Stranger Things“ entwickelt eine Geschichte rund um eine Gruppe von Kindern und späteren Jugendlichen in einer amerikanischen Kleinstadt. Die Handlung spielt in den 1980er Jahren. In dem Labor einer staatlichen Behörde am Rand der Stadt wird an einem ungewöhnlichen Projekt geforscht. Den Forschern ist es gelungen, das Tor in eine andere Dimension das sogenannte „Upside Down“ zu öffnen. Diese Dimension bildet so etwas wie eine düstere Spiegelung der Realität. Die Stadt und ihre Umgebung sind also zweifach vorhanden, einmal als normale „Lebenswelt“ und einmal als dunkler, leerer, seitenverkehrter metaphysischer Raum. Nun geschieht am Anfang der Serie eine Panne. Ein düsteres Wesen aus dem „Upside Down“, ein menschenartiges Monster, dessen Kopf nur aus einem Maul besteht, entweicht in die reale Welt. In der Folge öffnen sich mehrere Zugänge in die verborgene Dimension, so dass die Welten füreinander durchlässig werden. Aus der Gruppe von vier Jungen, die sich zum Spielen von „Fantasy-Rollenspielen“ treffen, verschwindet Will, einer der Mitglieder. Wie sich später herausstellt, ist er auf die andere Seite, ins „Upside Down“ geraten und wird dort gefangen gehalten.

Die vier Staffeln der Serie sind ähnlich gebaut. Aus der düsteren Dimension tauchen unterschiedliche Monster auf, die für die Kinder, ihre Familien und die Stadt zur tödlichen Bedrohung werden. Die Kinder selbst lernen die dunkle Gegenwirklichkeit kennen. Sie versuchen, gemeinsam mit einigen erwachsenen Protagonisten, die Geheimnisse rund um das „Upside Down“ zu entschlüsseln, die Monster zu bekämpfen und die Zugänge in die andere Dimension zu schließen. Dabei sind sie auf die Hilfe eines Mädchens angewiesen, das nach einem Tatoo auf seinem Arm „Eleven“ also „Elf“ genannt wird. Wie sich im Laufe der Zeit zeigt, ist das Mädchen aus einem Versuchslabor geflohen. Dort hatte ein gerissener wie genialer Wissenschaftler in den 70er Jahren begonnen, Kinder mit besonderen geistigen Fähigkeiten zu versammeln und sie in ihren paranormalen Fähigkeiten (Hellsicht, Levitation, Superkräfte) zu trainieren. Eleven ist die einzige, die Kraft ihrer geistigen Kräfte den Monstern etwas entgegensetzen kann, die gegen herkömmliche Waffen weitgehend immun sind.

Die Serie funktioniert als eine Mischung von den „Drei Fragzeichen“, wo Jugendliche dank ihres Spürsinns und ihrer Intelligenz mysteriösen Phänomenen auf die Spur kommen und klassischen Horrorfilmen der 70er und 80er Jahre, die auch reichlich zitiert werden. Der Aufbau der Geschichte erinnert an Stephen Kings „Es“ wo ebenfalls die Kinder einer Kleinstadt durch das in unterschiedlichsten Gestalten aus dem Untergrund auftauchende Böse bedroht werden. Gemischt mit viel Humor und Musik wird daraus eine unterhaltsame und spannende Geschichte, die Kindheitserinnerungen heraufbeschwört und neben den Horrorelementen natürlich auch die Fragen und Probleme des Erwachsenenwerdens verhandelt. Aber damit haben wir das Hauptthema der Serie noch nicht genannt.

Die Hölle in dir

Im Kern der Handlung steht das Motiv der zwei Welten. Mit dem „Upside Down“ öffnen die unbedachten Forscher den Zugang zur sonst verborgenen Unterwelt, einer bedrohlichen Version der eigentlichen Welt. Dies ist ein sehr altes Motiv. Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes erscheint im 17. Kapitel die Stadt Babylon als Symbol für die durch die Sünde verdorbene Menschheit, ein düsteres Gegenbild zur später dargestellten der Gottesstadt Jerusalem (Offb 21). Tatsächlich werden die Bewohner der Kleinstadt in der Serie keinesfalls in einem Idyll gezeigt. Die Schlechtigkeit der Welt, Streit, Intrigen, Korruption, Drogen und Machtmissbrauch spiegeln im Kleinen, wie die politische Welt im Großen aussieht, die exemplarisch im Forschungslabor dargestellt wird, um das sich Amerikaner und Sowjets im Wettlauf um die stärksten Waffen und um einen Wissensvorsprung vor dem Gegner bekämpfen. Die unbedachte Bosheit des bitteren politischen und gesellschaftlichen Kampfes beschwört die Unterwelt geradezu herauf. Im biblischen Bericht steigt aus der Unterwelt das monströse Wesen des endzeitlichen Drachens mit den sieben Köpfen heraus, ein Monster, das in der Folge bekämpft, durch die Engel in die Unterwelt zurückgestoßen und gefesselt wird. Der Zugang zur Unterwelt muss mit einem schweren Deckel verschlossen werden (Offb 20,3).

Auch die Idee, dass das „Upside Down“ die reale Welt spiegelt ist nicht neu. Das Motiv der Spiegelung stammt aus der Darstellung von Hölle und Himmel aus Dantes „Göttlicher Komödie“. Aber dennoch haben wir es bei „Stranger Things“ nicht einfach mit der biblischen Idee der „Hölle“ zu tun, auch wenn die ihr entsteigenden Kreaturen, außerdem das computergenerierte Setting der anderen Dimension mit rotglühenden Himmel, zuckenden Blitzen und dämonischen Kreaturen (Staffel 4) durchaus an Höllendarstellungen erinnert. Das „Upside Down“ ist aber mehr.

Ich habe mich bei „Stranger Things“ an Bilder des deutschen Malers Neo Rauch erinnert. Bei ihm werden häufig scheinbar alltägliche menschliche Szenerien geisterhaft durchbrochen. Die Szene öffnet sich in einen Phantasieraum. Aus dem Untergrund, von oben, aus den Wänden treten Monster, meist in Gestalt von Tieren in die Szene ein. Rauch malt hier meines Erachtens Albträume, stellt also eine Vermischung von Lebenswelt und imaginierter Welt dar, einer düsteren Welt voller Ängste und Abgründe. In diesem Sinn ist das „Upside Down“ durchaus psychologisch zu deuten. Es ist zugleich das Unterbewusste, der Ort des Traums, der inneren Abgründe. Die Hölle ist in dir. Es ist wohl kein Wunder, dass die Gruppe der Protagonisten als eine Gruppe von psychisch versehrten, stigmatisierten, ausgegrenzten und randständigen Personen vorgestellt wird. Hier greift die Serie also voll in den heutigen Diskurs um individuelle Entwicklung, Identität und Diskriminierung ein. Das erste Opfer des „Upside Down“ ist der verträumte und introvertierte Will, der mit seinem Bruder und seiner immer am Rand des Nervenzusammenbruchs agierenden Mutter in einer abgeranzten Hütte am Rand der Stadt wohnt. Die Familie ist vom Vater, einem rechten Tunichtgut verlassen worden und kämpft um ihre materielle Existenz. Auch bei den anderen Protagonisten wird den Zuschauern Erwartbares vor Augen geführt: Der durch den Tod seiner Tochter und durch die Scheidung von seiner Frau aus den Bahnen geratene Polizist, das vom sadistischen Bruder drangsalierte depressive Mädchen Max, die lesbische Teenagerin, der gefallene Frauenschwarm, die Kinder der einzigen schwarzen Familie im Ort, der körperbehinderte Nerd, der in der Entwicklung leicht zurückgebliebene Klassenaußenseiter – die Kämpfer gegen die Unterwelt sind eine Truppe von Versehrten und Verletzten. Sie kämpfen sinnbildlich mit den Monstern ihrer eigenen Benachteiligung, sie kämpfen mit Depressionen und Traumata. Es ist wohl kein Wunder, dass die Monster im Wesentlichen aus großen Mäulern bestehen. Die Botschaft ist simpel: Lass dich von deinen Abgründen nicht auffressen. Tauch nicht in das Dunkel deiner Ängste ab, sondern lebe. Finde einen Weg, die feindliche Unterwelt, die sich immer wieder öffnen kann zu besiegen. Wer in der Unterwelt gefangen genommen wird, wird von ihr festgehalten und ausgesaugt. Die Unterwelt wird durch die Zahl ihrer Opfer immer mächtiger. Die Befreiung aus der Unterwelt erfolgt dann folgerichtig durch die positiven Kräfte der Freundschaft, des Mutes und der guten Erinnerungen, während die bösen Erinnerungen zerstörerische Kräfte freisetzen.

Eine Erlöserfigur?

Besonders deutlich wird dieses Prinzip an „Eleven“, dem Mädchen mit den Wunderkräften dargestellt. Sie changiert zwischen „gut“ und „böse“. Von allen Hauptfiguren hat sie die heftigste Traumatisierung erlebt, wurde als Baby von ihrer Mutter getrennt und im Labor, einer Art Sanatorium, als Versuchsobjekt behandelt. Der Clou ist, dass sie gelernt hat, ihre Wut zu kanalisieren. Je mehr es ihr gelingt, den inneren Zorn, Traurigkeit, Angst und Verletztheit in Energie umzuwandeln, desto stärker werden ihre Kräfte gegen die Monster. Die Unterwelt wird gewissermaßen mit ihren eigenen Waffen bekämpft. Folgerichtig schwinden die Superkräfte auch, als „Eleven“ im Laufe der Serie in der Gruppe der Jungs ihre ersten richtigen Freunde findet, schließlich die erste Liebe und eine neue Familie. „Eleven“ ist entgegen der ersten Vermutung keine Erlöserfigur, die das Gute gegen das Böse einsetzt, kein Engel, der gegen Dämonen kämpft, sondern eher eine Art Therapeutin ihrer selbst, die gelernt hat, gegen ihre Abgründe vorzugehen.

Am Ende der letzten Staffel wird dieses Prinzip allerdings wiederum durch eine religiöse Andeutung in Frage gestellt. Hier wird von Elevens Flucht aus dem Labor erzählt. Neben Eleven gibt es schließlich dort noch weitere Kinder, die alle Nummern tragen. Nummer 1 ist ein mittlerweile fast erwachsener junger Mann, der ebenfalls durch ein heftiges Trauma seine Wunderkräfte erweckt hatte und sie zur Zerstörung seiner Familie einsetzte. Er hat den Plan, sich aus der Gefangenschaft des Labors zu befreien und tötet mit seinen Superkräften alle anderen Kinder außer Eleven. Als er sie zur Flucht überreden möchte kommt es zum Duell. Eleven besiegt Nummer 1 und stößt ihn in das „Upside Down“. Dann wird gezeigt, wie der junge Mann in einem endlosen Fall in die andere Dimension hinabstürzt und sich dabei in einen bösen Dämon verwandelt, der in der vierten Staffel als Gegenspieler der Kinder auftritt. Die Serie zeichnet hier den Engelsturz, die alte jüdische Legende nach, in der Luzifer als Engel den Aufstand gegen Gott probt und dafür aus dem Himmel gestürzt wird. In seinem Willen, sich über Gott zu erheben verliert er alles und wird nur noch zum Gegenbild, zum Schatten eines Engels. In der jüdischen Sekte von Qumran dachte man sich die Welt in einem Zwischenraum im Kampf zwischen Michael, dem Fürsten des Lichts und Belial, dem Fürsten der Finsternis. Eine ähnliche Konstruktion scheint auch in „Stranger Things“ zu finden zu sein.

Allerdings geht die Parallele zu Qumran wieder nicht auf. „Eleven“ ist nicht einfach ein „Fürst des Lichtes“. Das Sanatoriumslabor ist nicht der Himmel und der Leiter des Labors nicht Gott. Dabei sparen die Bilder nicht mit Anspielungen. Die Wände des Hauptraums im Sanatoriums sind mit Regenbögen bemalt. Offensichtlich befindet man sich in einer verzerrten Version der himmlischen Sphären. Auch die Kinder in ihren langen Nachthemden können an eine kleine Engel erinnern. Der Leiter der Einrichtung inszeniert sich ihnen als Vaterfigur und schafft eine emotionale Abhängigkeit zu den Kindern. Sie müssen sich an seine Regeln halten, um gut behandelt zu werden. In dieser Zerrform ist der „Vater“ (Gott) ebenfalls ein Dämon. Das Leben, so wird am Beispiel Elfies gezeigt, kann erst gelingen, wenn sich das Kind von dieser Figur und von der Umgebung des falschen Himmels einer Versuchskaninchen-Kindheit lösen kann. Self-Empowerment ist der in „Stranger Things“ konzipierte Weg zur Erlösung. Erst die biblisch gesprochene selbstgewählte Vertreibung aus dem „falschen Paradies der göttlichen Gebote“ kann das Gute hervorbringen. Die wahre Familie ist draußen zu finden. Auch dies birgt auf der menschlichen Seite natürlich wieder viel Psychologie und spielt natürlich auf die Theorie des „Vatermordes“ an. Hier kommen wir zu einer Kernaussage der Serie: Gott im Sinne eines guten Gottes gibt es nicht. Im Grunde gibt es nur das Böse der Welt und Gegenwelt. Gegen dessen vernichtende Allgegenwart kann nur das Gute helfen, das aus dem Menschen selbst kommt. Das Gute ist eine Art therapeutisch behandeltes Böses.

Der leere Himmel

Der Himmel ist also leer. Die Erde ist bei „Stranger Things“ dann am besten, wenn sie gegenüber der Unterwelt (und wahrscheinlich auch der Überwelt) abgeriegelt ist. So könnte man die Serie im Kern als atheistischen Mythos deuten. Es scheint mir nicht verwunderlich, dass eine solche, wenn auch versteckte Ideologie verfängt. Der Erfolg der Serie ist wahrscheinlich auch ihrer unterschwelligen Botschaft zu verdanken. Diese allerdings ist auch aus rein menschlicher Sicht problematisch. Die Serie selbst deutet das an. Sie entwickelt eine extrem negative Weltsicht. Alles wird im Grunde zur Verschwörung. Das Böse, der Abgrund lauert hinter jeder Ecke, die böse Absicht, die böse Tat, die böse Machenschaft der Mächtigen. Helden sind dann die Schwachen und Randständigen, die Nerds, die die Verschwörung entschlüsseln und so zumindest ihre kleine Welt retten können. Das universale Gute bleibt außen vor. Für die Rettung der ganzen Welt oder aller Menschen ist kein Platz mehr.          

For English speaking readers, here a translation:

In the past week I have been approached several times about the Netflix series „Stranger Things“. In fact, the recently released fourth season gave the streaming service record views and wide attention in the arts pages. Such a phenomenon as the current hype about „Stranger Things“ shows that a fictional work obviously not only offers good entertainment, but also reflects the topicality of our time. Something that appeals to us beyond the narrated story is hidden behind the pictures, which were produced with great effort. In addition, the episodes published so far still leave a number of questions unanswered, about which one can speculate excellently. I think Stranger Things is essentially a reflection on the issues of evil, hell and redemption. In essence, it is about religious themes, even if the series is extremely economical with explicit religious allusions. So I don’t want to write a film review here, but rather pursue the underlying themes based on the series, which I myself also watched with great interest. In essence, I am convinced that we are encountering an irreligious myth here that can be connected to today.

Outline of the plot of „Stranger Things“

Summarizing the plot of the now 32 published episodes is not possible here. For those who do not know the series, only a few basic constellations should be highlighted here.

„Stranger Things“ develops a story around a group of children and later teenagers in a small town in America. The action takes place in the 1980s. In the laboratory of a government agency on the outskirts of the city, research is being carried out on an unusual project. The researchers have succeeded in opening the gate to another dimension, the so-called „Upside Down“. This dimension forms something like a gloomy reflection of reality. The city and its surroundings are therefore present twice, once as a normal „lifeworld“ and once as a dark, empty, reversed metaphysical space. Now, at the beginning of the series, there is a glitch. A sinister being from the „Upside Down“, a human-like monster whose head is just a mouth, escapes into the real world. As a result, several entrances to the hidden dimension open up, so that the worlds become permeable to one another. From the group of four boys who meet to play „fantasy role-playing games,“ Will, one of the members, disappears. As it turns out later, he got to the other side, to the „Upside Down“ and is being held captive there.

The four seasons of the show are built similarly. Various monsters emerge from the dark dimension, posing a deadly threat to the children, their families and the city. The children themselves get to know the dark counter-reality. Together with some adult protagonists, you try to decipher the mysteries surrounding the „Upside Down“, fight the monsters and close the entrances to the other dimension. They are dependent on the help of a girl who is called „Eleven“ after a tattoo on her arm. As time shows, the girl escaped from an experimental laboratory. There, in the 1970s, a cunning and brilliant scientist began to gather children with special mental abilities and to train them in their paranormal abilities (clairvoyance, levitation, superpowers). Eleven is the only one who can use her mental powers to counter the monsters, which are largely immune to conventional weapons.

The series works as a mixture of the „Three Question Marks“, where young people, thanks to their instincts and their intelligence, track down mysterious phenomena and classic horror films from the 70s and 80s, which are also widely quoted. The structure of the story is reminiscent of Stephen King’s „It“ where the children of a small town are also threatened by evil emerging from the underground in various forms. Mixed with a lot of humor and music, it becomes an entertaining and exciting story that conjures up childhood memories and, in addition to the horror elements, of course also deals with the questions and problems of growing up. But that’s not the main theme of the show.

Hell inside

At the heart of the plot is the motif of the two worlds. With the „Upside Down“ the thoughtless researchers open access to the otherwise hidden underworld, a threatening version of the actual world. This is a very old motif. In the last book of the Bible, the Revelation of John, the city of Babylon appears in the 17th chapter as a symbol for mankind corrupted by sin, a gloomy contrast to the city of God Jerusalem (Rev. 21), which is later depicted. In fact, the residents of the small town in the series are by no means shown in an idyll. The wickedness of the world, strife, intrigue, corruption, drugs, and abuse of power reflect on a small scale what the political world looks like on a large scale, exemplified in the research laboratory for which Americans and Soviets compete for the most powerful weapons and for a head start in knowledge fight the opponent. The imprudent malice of the bitter political and social struggle conjures up the underworld. In the biblical account, the monstrous being of the end-time dragon with the seven heads rises out of the underworld, a monster that is subsequently fought, cast back into the underworld by the angels and tied up. Access to the underworld must be closed with a heavy lid (Rev 20:3).

Also the idea that the „Upside Down“ reflects the real world is not new. The motif of the reflection comes from the representation of hell and heaven from Dante’s „Divine Comedy“. Still, Stranger Things doesn’t just deal with the biblical idea of ​​“hell“, even if the creatures that emerge from it, as well as the computer-generated other-dimensional setting with red-hot skies, streaking lightning and demonic creatures (season 4) quite reminiscent of depictions of hell. But the “upside down” is more.

I was reminded of paintings by the German painter Neo Rauch in „Stranger Things“. In his work, seemingly everyday human scenes are often broken through like ghosts. The scene opens into a fantasy space. Monsters, mostly in the form of animals, enter the scene from underground, from above, from the walls. In my opinion, Rauch paints nightmares here, representing a mixture of the real world and the imagined world, a gloomy world full of fears and abysses. In this sense, the „Upside Down“ can be interpreted psychologically. It is also the subconscious, the place of dreams, of inner abysses. Hell is within you. It is probably no wonder that the group of protagonists is presented as a group of mentally handicapped, stigmatized and marginalized people. This is where the series fully intervenes in today’s discourse on individual development, identity and discrimination. The first victim of „Upside Down“ is the dreamy and introverted Will, who lives with his brother and his mother, who is always acting on the verge of nervous breakdowns, in a shabby shack on the outskirts of town. The family has been abandoned by the father, a real good-for-nothing, and is struggling for its material existence. With the other protagonists, too, the audience is shown what is to be expected: the policeman who got off track after the death of his daughter and the divorce from his wife, the depressive girl Max who was harassed by her sadistic brother, the lesbian teenager, the fallen heartthrob, the Children of the only black family in town, the physically challenged nerd, the slightly underdeveloped class outsider – the fighters against the underworld are a squad of the disabled and injured. They fight symbolically with the monsters of their own disadvantage, they fight with depression and trauma. It’s probably no wonder that the monsters essentially consist of large mouths. The message is simple: don’t let your abysses eat you up. Don’t dive into the darkness of your fears, but live. Find a way to defeat the hostile underworld that keeps opening up. Those captured in the underworld are held and drained by it. The underworld becomes more and more powerful with the number of its victims. The liberation from the underworld then follows logically through the positive forces of friendship, courage and good memories, while the bad memories unleash destructive forces.

A redeemer figure?

This principle is particularly evident in “Eleven”, the girl with miraculous powers. It oscillates between „good“ and „evil“. Of all the main characters, she has experienced the most severe traumatization, was separated from her mother as a baby and treated as a test subject in the laboratory, a kind of sanatorium. The trick is that she has learned to channel her anger. The more she manages to transform inner anger, sadness, fear and hurt into energy, the stronger her powers against the monsters become. The underworld is being fought with its own weapons, so to speak. Consequently, the superpowers also dwindle when „Eleven“ finds her first real friends in the group of boys over the course of the series, ultimately her first love and a new family. „Eleven“ is contrary to the first assumption not a savior figure who uses good against evil, no angel who fights demons, but rather a kind of therapist who has learned to take action against her abysses.

At the end of the last season, however, this principle is again called into question by a religious allusion. This is where Eleven’s escape from the lab is told. In addition to Eleven, there are other children there, all of whom have numbers. Number 1 is a now almost adult young man who had also awakened his miraculous powers through a severe trauma and used them to destroy his family. He has a plan to break free from the lab’s captivity and uses his superpowers to kill all the other children except Eleven. When he wants to persuade her to flee, a duel ensues. Eleven defeats Number 1 and pushes him into the Upside Down. Then the young man is shown falling into the other dimension in an endless fall, turning into an evil demon who appears as the children’s antagonist in the fourth season. The series traces the fall of the angels, the old Jewish legend in which Lucifer as an angel rebels against God and is thrown out of heaven for it. In his will to rise above God he loses everything and becomes only the antitype, the shadow of an angel. In the Jewish sect of Qumran, the world was conceived as an interstice in the struggle between Michael, the prince of light, and Belial, the prince of darkness. A similar construction seems to be found in „Stranger Things“.

However, the parallel to Qumran again does not work. „Eleven“ isn’t just a „Prince of Light“. The sanatorium laboratory is not heaven and the head of the laboratory is not God. The images do not skimp on allusions. The walls of the main room in the sanatorium are painted with rainbows. Obviously one is in a distorted version of the heavenly realms. Even the children in their long nightgowns can remind of a little angel. The head of the facility presents himself as a father figure and creates an emotional dependency on the children. You have to obey his rules to be treated well. In this distorted form, the „Father“ (God) is also a demon. Life, as shown by the example of Elfie, can only succeed if the child can detach itself from this figure and from the environment of the false sky of a guinea pig childhood. Self-empowerment is the way to salvation conceived in „Stranger Things“. Only the biblically spoken self-chosen expulsion from the „false paradise of the divine commandments“ can produce the good. The real family is found outside. Of course, this also contains a lot of psychology on the human side and of course alludes to the theory of „parricide“. Here we come to a core statement of the series: God in the sense of a good God does not exist. Basically there is only the evil of the world and counter-world. Only the good that comes from man himself can help against its devastating omnipresence. Good is a kind of therapeutically treated evil.

Heaven is empty

So heaven is empty. Earth is at its best on Stranger Things when it’s sealed off from the underworld (and probably the overworld, too). So you could interpret the series at its core as an atheistic myth. It doesn’t seem surprising to me that such an ideology, albeit a hidden one, catches on. The success of the series is probably also due to its subliminal message. However, this is also problematic from a purely human point of view. The series itself hints at that. She develops an extremely negative world view. Basically everything becomes a conspiracy. Evil, the abyss lurks around every corner, evil intentions, evil deeds, the evil machinations of the powerful. The heroes are then the weak and marginalized, the nerds who can decode the conspiracy and at least save their little world. The universal good is left out. There is no longer room for the salvation of the whole world or of all people.

Ein Kommentar zu „„Stranger Things“ oder: Die Hölle in dir

  1. Die Ausführungen von Herrn Bergner waren für mich sehr
    interessant, da ich von dem nichts wusste. Eine wunderschöne Sprache und dann noch in englischer Sprache. Bravo!
    Über das Angesprochene lohnt sich drüber nachzudenken.

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