Weisheitlich Fasten

Mit dem Aschermittwoch beginnt die österliche Fastenzeit. Sie dauert vierzig Tage (die Sonntage sind ausgenommen) und soll der persönlichen Ein- und Umkehr als Vorbereitung auf das Osterfest gelten. Klassischerweise gehören zur Fastenzeit vier Elemente: Das Gebet, also die Intensivierung der Gottesbeziehung, die Buße, das Bedenken des eigenen Lebens und das bewusste Zeichen der Umkehr (etwa in der Beichte), das Almosengeben und das Fasten. Während die ersten drei Elemente häufig wenig Beachtung finden, ist das vierte eine regelrechte Modeerscheinung. Aus einem Verzicht auf bestimmte Speisen aus asketischen Gründen ist zunehmend ein Bestandteil des zeitgemäßen Lifestyles geworden. In einer Gesellschaft, die sich intensiv mit den Themen Ernährung, Gesundheit und Achtsamkeit beschäftigt, wird das Fasten auch abseits jeder religiöser Bedeutung verständlich. Der Verzicht auf bestimmte Speisen, insbesondere Fleisch, wird aus gesundheitlichen und ethischen Gründen ohnehin von einer zunehmenden Zahl von Menschen praktiziert. In Zeiten grassierenden Übergewichts und gleichzeitig eines schlank-sportlichen Schönheitsideals sind die modernen Fastenberater vor allem im Ernährungsbereich zu finden. Von der klassischen Diät, der Low-Carb-Bewegung bis hin zum Intervall- oder gar Heilfasten empfiehlt die Ratgeberbibliothek für selbstoptimierende Menschen zahlreiche Rezepte, durch die das Fasten ein Element zur Steigerung des Selbstwertgefühls oder schlicht zur Steigerung der körperlichen Attraktivität wird. Daneben hat sich den letzten Jahren eingebürgert, immer neue Forme des Non-Food-Fastens zu suchen, die den bewussten Verzicht mit ethisch erstrebenswerten Zielen koppelt. So gab es (auch kirchlich) die Aufforderung zum Autofasten, Klimafasten, Handyfasten, Müll- oder Verpackungsfasten. Ziel solcher Kampagnen ist es, Aufmerksamkeit für den eigenen Lebensstil zu schaffen und Experimentierfelder für einen bewussteren, ökologischen Lebensstil zu bieten. Das Versprechen: „Du fühlst dich besser und tust damit auch noch etwas Gutes“. In diesem Jahr kommt noch eine besondere Komponente hinzu. Durch die Bedingungen des Corona-Lockdowns werden uns notgedrungen andere Verzichte auferlegt, etwa das Shopping-Fasten, das Reise-Fasten, das Restaurant-Fasten oder das Kultur-Fasten. Es wird sich zeigen, welche Auswirkungen diese nun mittlerweile weit über vierzig Tage der erzwungenen Enthaltsamkeit haben werden. Steigert die Fastenzeit die Lust auf die Güter, auf die man verzichten musste, oder werden sie uns nach der Fastenzeit auch gar nicht mehr so wichtig sein? Wenn es gut läuft, ist die Fastenzeit tatsächlich ein Zeitraum der Unterscheidung und Neuausrichtung des eigenen Lebens. Wer etwa mit dem Rauchen aufgehört hat, fängt vielleicht gar nicht mehr an, wer die Ernährung umgestellt hat, oder sich an gewisse sportliche Betätigungen gewöhnt hat, wird dieses nach der Fastenzeit eventuell weiterführen.

Tatsächlich stellt die Fastenzeit die Frage nach dem guten Leben. Dieses beinhaltet die Ausgeglichenheit der drei zentralen Beziehungen, zu Gott, zum Nächsten und zu sich selbst. Biblisch wird die Frage nach dem guten Leben in den sogenannten Weisheitsschriften gestellt, zu denen die Psalmen, das Buch Hiob, Kohelet, das Buch der Weisheit, das Buch der Sprichwörter oder auch das Buch Jesus Sirach gehören. Besonders die letztgenannten verstehen sich als Ratgeberschriften, die Anweisungen für ein gelingendes Leben im Sinne Gottes weitergeben, denn „alle Weisheit stammt vom Herrn und ewig ist sie bei ihm“ (Sir 1,1). Die Idee ist: Es gibt einen Weg des guten „weisen“ Lebens, dessen Grundlagen von Gott in den Menschen gelegt sind. Wer sich der göttlichen Weisheit annähert, erkennt, was ihn zu einem gelingenden Dasein führt. Dabei bleiben die Weisungen der biblischen Schriften keineswegs bei „frommen Gedanken“ stehen. Vielmehr sind sie äußerst lebenspraktisch orientiert und geben konkrete Ratschläge für das private und öffentliche Leben, von der Kindererziehung bis hin zur Leitung des Staates. Ich möchte eines dieser Ratgeberbücher, das Buch Jesus Sirach nutzen, um selbst alternativen Formen des Fastens und der Umkehr nachzugehen. Sie können eine Anregung für die Gestaltung der eigenen Fastenzeit sein.

Diskurs-Fasten

Wir leben in aufgeregten Zeiten. Die Corona-Krise hat eine Nachrichtenarmut bewirkt. Es gibt seit Wochen nur ein großes Dauerthema, hinter dem alle anderen zurücktreten. Mit der Verknappung der Berichterstattung in den Medien und ihrer routinemäßigen Dauerbesprechung in Talk- oder Satire-Shows tritt neben einer Ermüdung auch eine Vertiefung ein (manche würden eher von einer „Hysterisierung“ sprechen). Da nach Meinung der leitenden Redakteure offensichtlich das Interesse an jedem Detail bei der Beschlussfassung von Corona-Maßnahmen in der Bevölkerung so groß ist, verwendet man jede Menge Sendezeit oder Druckspalten für die Diskussion auch noch der kleinsten Nebenschauplätze des großen Krisenkomplexes. In den letzten Tagen war dies wieder zu beobachten, als statt der eigentlichen Maßnahmen das Handy-Game eines Ministerpräsidenten, das vermeintliche Vordrängeln beim Impfen durch Entscheidungsträger oder die Frisuren der Fußballprofis diskutiert wurden. Es gehört zu einem medial-öffentlichen Diskurs leider häufig dazu, von den eigentlichen Sachfragen auf Erregungspotential versprechende Nebenfelder auszuweichen. Der allgemeine Bluthochdruck soll erhalten werden. Ich denke, in dieser Situation bietet sich ein gewisses Diskurs-Fasten an, eine Enthaltsamkeit davon, auf jeder Empörungswelle mitsurfen zu müssen.

Die Weisheitsliteratur geht von einer Beständigkeit in Fragen des guten Lebens aus. Die Weisheit ist eine beständige und zuverlässige Quell für das eigene Urteil. Sie fordert die Konzentration auf die wichtigen Fragen. Jesus Sirach beschreibt, wie die Weisheit „in ihrer Schönheit“ zu ihm kam (Sir 51,14). Deshalb mahnt er: „Erwerbt euch Weisheit, es kostet nichts. Beugt euren Nacken unter ihr Joch und nehmt ihre Last auf euch“ (Sir 51,26f.) – ein Zitat, das Jesus später für seine Lehre in Anspruch nimmt. Der Weise ist fähig, Unterscheidungen zu treffen. Er muss nicht bei jeder Frage mitreden, nicht jede Diskussion verfolgen: „Der Weise schweigt zur rechten Zeit, der Tor aber achtet nicht auf die rechte Zeit“ (Sir 20,7). Mit der „rechten Zeit“ ist nicht nur ein bestimmter Zeitpunkt gemeint, sondern zugleich auch eine Qualität, nämlich zu unterscheiden, welche Fragen wichtig sind und welche nicht. Das Schweigen ist eine kluge Form der Enthaltsamkeit. Das Reden ist erst dann nötig, wenn es sich um Fragen handelt, die wirklich von Bedeutung sind.  

Kommentar-Fasten

Das Kommentar-Fasten ist daher eine direkte Folge des Diskurs-Fastens. „Die Toren haben ihr Herz auf der Zunge, die Weisen habe ihre Zunge im Herzen“ (Sir21,26). Das Herz ist dabei im jüdischen Verständnis weniger der Ort der Gefühle, sondern der Ort des Überlegens. Der Sinnspruch meint: „Äußere dich nicht unbedacht, sondern sprich erst dann, wenn du vorher die Dinge abgewogen und bedacht hast.“ In einer Zeit des ständigen Kommentierens, Likens und der Hate-Speech ist ein solcher Ratschlag besonders wertvoll. Die Enthaltsamkeit von unbedachten Kommentaren wäre ein wirklich guter Beitrag zum menschlichen Zusammenleben. Ich erlebe unsere Zeit als eine, in der jeder aufgefordert ist, beständig seine Meinung zu äußern. Die sozialen Medien geben uns die Möglichkeit, jede unserer Meinungen auch vor einer Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Es gibt wenig, was mir zur Zeit so auf die Nerven geht, wie diejenigen, die reflexhaft jede Meldung zu einem bestimmten Thema kommentieren müssen, so als hätte die Welt auf ihren Beitrag gewartet (bei Verantwortungsträgern geht es dabei häufig ja eher um schlichte Aufmerksamkeit). Es gibt, so mein Eindruck, wenig Anerkennung für echtes Expertenwissen, für Wissenschaft oder auch Erfahrungswissen. Statt sich vorsichtig Standpunkten anzunähern, etwa kritische Fragen zu stellen, verstehen oder nachvollziehen zu wollen, werden schnell Standpunkte „herausgehauen“, die einer kritischen Überprüfung nicht standhalten. Die Verwechslung von Meinung und Fakten ist in den letzten Monaten am Beispiel USA intensiv diskutiert worden. Aber die Gefahr einer solchen Entwicklung ist doch latent auch bei uns vorhanden. Es geht dabei nicht darum, dass es verboten wäre andere Überzeugungen zu haben, aber es gibt Überzeugungen, die aus Überlegung und Sachkenntnis erwachsen und solche, die einfach aus dem Gefühl des Moments geäußert werden. „Ein trotziges Herz schafft viel Leid“ (3,27). Die Gabe der Weisheit wird bei Jesus Sirach daher auch als eine Gabe zur Demut und Bescheidenheit verstanden. Er sagt sogar: „Je größer du bist, desto mehr bescheide dich“ (Sir 3,18). Das Kommentar-Fasten übt in der Selbsteinschätzung, in der Zurückhaltung, in der Bescheidenheit. Es lässt vielleicht auch einfach einmal den anderen gelten, der sich mit einer bestimmten Frage besser auskennt, kompetenter ist oder schlicht mehr Lebenserfahrung mitbringt.

Zorn-Fasten

Das Zorn-Fasten geht noch über das Kommentar-Fasten hinaus. Es beschäftigt sich mit einer Grundregel des geistlichen Lebens, nämlich, nicht aus dem Affekt heraus zu handeln, sondern aus der Überlegung, wie es das geflügelte Wort „ich muss noch einmal eine Nacht darüber schlafen“ ausdrückt. Die Besänftigung des eigenen Zorns gehört daher als fester Bestandteil in das weisheitliche Lebens-Konzept. Es wird als zentraler Beitrag zu einer friedlichen und versöhnten Gemeinschaft der Menschen angesehen. „Bleib fern dem Streit, dann verringerst du die Zahl der Sünden; denn ein jähzorniger Mensch entfacht Streit. Ein sündiger Mensch bringt Freunde durcheinander, zwischen friedliche Leute schleudert er Zwietracht. Je nach dem Brennstoff flammt das Feuer auf, je nach dem Einfluss wächst der Streit“ (Sir 28,8ff.). Gerade der Konflikt offenbart den Charakter eines Menschen besonders. Man erkennt, mit welchem „Brennstoff“ er hantiert.

Der Choleriker ist eine unangenehme Figur. Er taucht als „lustige Person“ gerne in den Medien auf. Die Kunstfigur Gernot Hassknecht aus der „heute-show“ ist dabei das vielleicht zur Zeit bekannteste Exemplar, ein kleiner Mann, der sich furchtbar über alles aufregen kann. Der Witz der Figur besteht darin, dass die Zuschauer beginnen, über den Zorn zu lachen, also über die possierliche Art, wie der Schauspieler den Choleriker spielt (die Redaktion – das nur nebenbei –  hat mittlerweile den Charakter verändert: es geht jetzt nicht mehr darum, über Gernot Hassknecht zu lachen, sondern man lässt ihn politische Botschaften verkünden. Man soll nicht mehr lachen, sondern sich mit-aufregen). Der Zorn vermindert die Akzeptanz. Der Choleriker wird unakzeptabel, weil er versucht mittels einer starken Emotion den Diskurs gewaltsam zu seinen Gunsten zu drehen (es gibt – noch eine Nebenbemerkung – auch den entgegengesetzten Typus, der versucht, den Diskurs durch ständige Betroffenheit oder Traurigkeit für sich zu gewinnen).

Das Zorn-Fasten wäre also eine Anregung zur Mäßigung der eigenen Gefühle. Es fordert eine gewisse Zurückhaltung, die nicht gleich instinktiv dem ersten Impuls zur Reaktion folgt. Das ist keine leichte Übung. Immer wieder einmal erzählen mir Menschen von ihrem Leid mit dem Zorn, von dem Ungenügen über ihren aufbrausenden Charakter. Im Sinne der Weisheit wäre es wahrscheinlich angebracht, mit Reaktionen zu warten, bis sich der Zorn verbraucht hat. Man würde im Beraterjargon davon sprechen, an seinem Konfliktmanagement zu arbeiten. Es gehört wahrscheinlich auch dazu, sich nicht zu stark von Dingen provozieren zu lassen, die ich sowieso nicht ändern kann. Auf den Zorn zu verzichten heißt ja nicht, Konflikte nicht auszutragen, sondern in erster Linie, sie nicht unbeherrscht auszutragen. Vor allem aber fordert es den Willen, hartnäckige Konflikte auch beizulegen, statt sie in einer ständigen Erregungsspirale zu halten.

Schnelle-Entscheidungen-Fasten

In eine ganz ähnliche Richtung geht der nächste Vorschlag. Ein Nebeneffekt der derzeitigen Situation der geschlossenen Geschäfte ist ja, dass Kaufentscheidungen aufgeschoben werden. Die Anfälligkeit für spontane Kaufverlockungen durch die Werbung oder die Schaufensterauslagen ist derzeit nicht so ausgeprägt. Mir zumindest geht es so, dass ich in diesen Wochen gut durchdenke, was ich wirklich brauche und worauf ich verzichten kann. So manche spontane Idee überlebt den nächsten Tag oder die nächste Woche nicht. Etwas allgemeiner lässt sich das auf verschiedene Entscheidungssituationen übertragen. In der Weisheitsliteratur ist in diesem Sinn eine Mahnung zur Mäßigung, zur Beratung und zur gründlichen Überlegung zu spüren: Achte auf den Rat der Besonnen und auf den Rat deine Gewissens (Sir 37,12ff.). Spontane Entscheidungen können, müssen aber nicht immer gut sein. Die Streuung ist bei ihnen zumindest größer. Jesus Sirach schreibt: „Der Anfang eines jeden Werkes ist das Wort, der Anfang jeder Tat die Überlegung. Die Wurzel der Pläne ist das Herz“ (Sir 37, 16f.). Insofern dürfen wir Entscheidungen als Frucht der Überlegung und der eigenen Sehnsucht auffassen. Erst wenn ein Entschluss auf rationalen oder tiefen inneren Überzeugungen beruht, hat er Festigkeit und Bestand. In diesem Sinne könnte die Fastenzeit eine Zeit der Reflexion sein: „Welcher Wunsch oder welcher Plan erweisen sich langfristig vernünftig oder als so überzeugend, dass sie mit meinen inneren Bewegungen und Sehnsüchten übereinstimmen?“ Die Fastenzeit könnte so als eine Zeit des sinnvollen Aufschubs und der Überlegung erscheinen. Dabei gilt aber auch: „Wer sich selbst nichts gönnt, wem kann der Gutes tun?“ (Sir 14,5).

Neuigkeits-Fasten

Medien leben von Aufmerksamkeit. Daher ist es ihr Bestreben, unsere Aufmerksamkeit durch einen beständigen Strom von Neuigkeiten zu lenken. Regelmäßig senden mir Nachrichtenportale Push-Mitteilungen auf mein Handy, die als „Eilmeldung“ deklariert werden. Der Kampf um die schnellste Schlagzeile bestimmt die Klickzahlen der Nachrichtenportale. Der dabei entstehende Eindruck ist: „Es passiert ständig etwas Neues“, vor allem aber: „Ich muss mich ständig um die Neuigkeiten kümmern, um auch ja nichts zu verpassen.“ Dabei ist die Erfahrung von vielen, die über eine längere Zeit, etwa während einer Reise, keine Nachrichten sehen oder hören konnten: „So viel habe ich gar nicht verpasst“. Sofern Sie nicht selbst in der Medienbranche arbeiten und das ständige Verfolgen von Neuigkeiten zu ihrem Beruf gehört, können Sie also gelassen sein. Es ist nicht nötig, seine Gedanken ständig von einem zum anderen Thema schweifen zu lassen. Es ist nicht nötig, sich ständig mit allem Neuen zu beschäftigen. Was wirklich wichtig ist, wird Sie ohnehin erreichen. Diese Form der hektischen Aufmerksamkeit verhindert nämlich häufig, dass ich mich tiefergehend mit bestimmten Themen beschäftige. Jesus Sirach prägt das hübsche Sprichwort: „Worfle nicht bei jedem Wind und geh nicht auf jeden Pfad“ und fügt dann hinzu: „Bleib fest bei Deiner Überzeugung, eindeutig sei deine Rede“(Sir 5,9f.). Gemeint ist hier die Haltung einer gewissen Beständigkeit, die sich nicht ständig dazu verleiten lässt, die eigene Meinung und Überzeugung zu ändern, sich dauernd verunsichern zu lassen und der neuesten Mode nachzugehen. In der Tat ändern sich unsere Grundüberzeugungen selten und wenn, dann häufig in einem langsamen Prozess des Nachdenkens und der Diskussion. Deshalb gilt auch: „Sei schnell bereit zu hören, aber bedächtig in der Antwort“ (Sir 5,11). Die Fastenzeit könnte also in diesem Sinne eine Zeit der Vertiefung sein, die bereit ist, auf beständige Neuigkeiten zu verzichten. Lieber einmal an einem Thema „dranbleiben“, lieber einmal einen Gedanken vertiefen, lieber einmal eine Meinung vertiefen und ausloten, lieber einmal ausführlich darüber diskutieren.

Kinder lernen maßgeblich aus der Wiederholung. Sie brauchen nicht immer schnell ein neues Buch oder ein neues Hörspiel, sondern lieben es, das eine Buch, das ihnen gerade gut gefällt, immer wieder vorgelesen zu bekommen (häufig so lange, bis sie es auswendig können). Das ist Teil eines gründlichen Lernprozesses. Vielleicht ist es ganz praktisch eine Anregung für die Fastenzeit, sich in solchen Wiederholungen zu üben, etwa ein Buch, dass mir viel bedeutet hat noch einmal zu lesen, einen Film, der mich beschäftigt hat noch einmal anzusehen, alte Notizen oder Tagebücher wieder anzusehen, ein wichtiges Thema, das mich vor längerer Zeit beschäftigt hat noch einmal mit zeitlichem Abstand zu betrachten. Diese mediale Entschleunigung kann gut der Vertiefung und persönlichen Weiterentwicklung dienen. Es braucht dazu nicht immer die neueste Entwicklung.

Ein Kommentar zu „Weisheitlich Fasten

  1. Ich finde Ihre Beiträge sehr gut, lese mit großem Interesse und empfehle weiter. Jedoch fiel mir hier ein Wort auf: „Klimafasten“. Und dies führt mich zu den Betrachtungen von Peter Hahne „Fasten für Luisa“ (achgut.com vom 21.02.2021, mit 105 Leserkommentaren!). „Luisa“ fastet nicht und sich im Kommentieren zu bescheiden, tut sie auch nicht: „Luisa Neubauer im Berliner Dom“, Tichys Einblick, 1.03.2021. Hier ist eine Grenze überschritten, die sich schon mit der Kreuzablage in Jerusalem ankündigte, in einer Zeit, in der wir wissen, wie viele Menschen ihr Leben ließen und noch heute dafür sterben, dass sie das Kreuz nicht ablegen und Jesus nicht verraten. Und wenn der Kirchen-Historiker Feldkamp schreibt „Die andere Seite der Woelki-Affäre: Spaltet sich die katholische Kirche?“, Tichys Einblick vom 23.02.2021, dann ist das sehr ernst zu nehmen. Vielleicht ist eine Spaltung der Katholischen Kirche Deutschland wirklich der einzige Weg, damit die Katholische Kirche katholisch bleibt. „Fasten für Luisa“ zeigt mir, die Zeit ist reif für eine Spaltung und damit ein Neubeginn. Dann wird das Kreuz hoffentlich nie wieder abgelegt.

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