Keine Zeit zum Aufgeben

Es war ein regnerisch-kalter Novembertag. Vor den Toren Roms lag die Gegend um die alte Via Appia bereits in tiefer Ruhe. Die wenigen Besucher der Stadt hatten das Gelände schon verlassen. In der Basilika Sankt Nereus und Achilleus aber brannte noch Licht. Die Kirche liegt halb unter der Erde und gehört zum Komplex der Domitilla-Katakombe, … Weiterlesen Keine Zeit zum Aufgeben

Radikale Einschnitte [zum Erntedankfest]

In der vorletzten Woche hatte der St. Anna-Treff zu einem Vortrag über die vielleicht schwierigste Zukunftsfrage der Menschheit eingeladen: Die ökologische Herausforderung. Davon wurde im Wahlkampf viel gesprochen. Tatsächlich steht die Politik weltweit vor der großen Aufgabe, wie der notwendige Wandel in eine klimaschonende und umweltverträgliche Zukunft gestaltet werden kann. Der Referent des Abends, Bruno … Weiterlesen Radikale Einschnitte [zum Erntedankfest]

Der Idiot

Auf dem Alten Garten wird hier in Schwerin gerade das ZDF-Wahlstudio aufgebaut. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass der lange Doppelwahlkampf für Bundesland und Staat nun auf die Zielgerade eingebogen ist. Man hat den Eindruck: Gerade ist alles Politik. Keine Zeitung, keine Fernsehsendung kommt derzeit ohne Berichte und Prognosen über Parteien und Spitzenkandidaten aus. … Weiterlesen Der Idiot

„Effata“ – Mütze ab!

Es ist nicht ganz leicht, die Botschaft des Evangeliums in die heutige Zeit zu übersetzen. Mal klappt das gut, mal weniger. Besonders schwierig ist es, wenn man Kindern diese Botschaft nahebringen möchte, so, dass sie dabei auch etwas verstehen. In einer Vorlage zur Gestaltung eines Familiengottesdienstes zum heutigen Evangelium habe ich folgenden Ansatz gefunden: Zu … Weiterlesen „Effata“ – Mütze ab!

Regeln lernen

als Schüler mochte ich den Deutschunterricht. Eigentlich. Allerdings mochte ich es nie, Diktate zu schreiben. Das schien mir eine recht uninspirierte und stupide Sache zu sein. Beim Diktat geht es ja darum, einen vorgelesenen Text aufzuschreiben. Der Text ist so verfasst, dass er möglichst intensiv die behandelten Lerninhalte in Grammatik und Rechtschreibung übt. Es geht … Weiterlesen Regeln lernen

Schiffe, die sich nachts begegnen

396 Meter lang und 53,5 Meter breit: Das sind die Ausmaße der „MSC Zoe“, eines der größten Schiffe der Welt, das 2015 in Hamburg getauft wurde. Ich habe eine besondere Verbindung zu diesem Schiff, weil ich damals bei der Schiffstaufe dabei war. Die „Zoe“ fasst über 19.000 Containereinheiten. Schiffe wie dieses sind die entscheidenden Vehikel … Weiterlesen Schiffe, die sich nachts begegnen

Dem Andenken eines Engels

Die Wundererzählungen der Evangelien gehen immer gut aus. Im Wissen darum hören wir sie meistens schon unter dem positiven Vorzeichen: „Es wird schon nicht so schlimm kommen“. Dabei schildert gerade das heutige Evangelium (5,21-24;35b-43) eine bewegte Szene voller Dramatik. Ein Mädchen liegt im Sterben. In seiner Verzweiflung und erfüllt von der drängenden Notwendigkeit, jetzt schnell … Weiterlesen Dem Andenken eines Engels

Vorläufer [zum Johannestag und Domjubiläum]

Letzte Woche auf der Goethestraße in Bad Doberan: Zwischen das Motorenbrummen der vorbeifahrenden Autos, die gerade die gründerzeitlichen Villen am Straßenrand passieren mischt sich ein verdächtiges Fauchen und Schnaufen. Ein kurzes Klingeln bringt die Autos zum Stillstand. Mit einigem Getöse schiebt sich ein Schienenzug um die Kurve. Vor den sechs kleinen Fahrgastwaggons hängt die kleine … Weiterlesen Vorläufer [zum Johannestag und Domjubiläum]

Auf See – im Hafen [zum Gemeindejubiläum von St. Marien, Röbel]

„Vor Gericht und auf hoher See ist man ist Gottes Hand“. Das ist ein altes Sprichwort. Es war schon bei den Römern bekannt. Mit dem Sprichwort sollte ausgedrückt werden, dass es Situationen gibt, bei denen ich den Ausgang nur sehr begrenzt selbst beeinflussen kann. Jede Seefahrt birgt das Risiko, unvorhergesehen in Not zu geraten. Bei … Weiterlesen Auf See – im Hafen [zum Gemeindejubiläum von St. Marien, Röbel]

Am toten Punkt

Was bedeutet es für die Kirche, am "Toten Punkt" zu sein? Kardinal Marx hat diese Formulierung in der letzten Woche verwendet, als er seinen Rücktritt verkündete. Der folgende Text ist eine Predigt zum Besinnungstag für Priester und Pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und versucht, diesem Gedanken nachzugehen: Als Kardinal Marx in der letzten Woche seinen Rücktritt … Weiterlesen Am toten Punkt

Was Jesus heute tun würde… Teil 2

Ist jede Deutung des Evangeliums nur relativ? Wissen wir eigentlich gar nicht verbindlich, was das Evangelium sagen möchte? Ganz so einfach ist es nicht. Der klassische katholische Weg wäre, sich der Tradition anzuvertrauen, also zu akzeptieren, dass die verbindliche Auslegung des Glaubens eben nur in der großen Gemeinschaft der Kirche über die Jahrhunderte hinweg erfolgt … Weiterlesen Was Jesus heute tun würde… Teil 2

Was Jesus heute tun würde… Teil 1

„Was hätte Jesus getan?“ – Bei der Diskussion um strittige aktuelle Fragen, wie etwa die der Segnung homosexueller Lebenspartnerschaften, der Zulassung von Frauen zum Weiheamt, der Sterbehilfe oder in Fragen von Krieg und Frieden taucht diese Frage immer wieder auf. Sie wird in der Regel nicht als offene Frage gestellt, sondern zur Untermauerung der eigenen … Weiterlesen Was Jesus heute tun würde… Teil 1

Ist das auch echt?

2013 machten wir mit dem Hamburger Priesterrat eine Fahrt nach Danzig. Es war eine Studienfahrt, auf der wir mit verschiedenen kirchlichen Einrichtungen und Vertretern zusammenkamen. Daneben besichtigten wir natürlich auch die schöne Stadt. „Wenn ich schon einmal in Danzig bin“, dachte ich mir, „dann möchte ich auch ein paar Geschenke mitbringen.“ Danzig gilt als die … Weiterlesen Ist das auch echt?

In der Stadt [zum Palmsonntag]

1925 wartete die Literaturwelt mit einer kleinen Sensation auf. Der amerikanische Schriftsteller John Dos Passos, Sohn portugiesischer Einwanderer, veröffentlichte den Roman „Manhattan Transfer“. Das Buch brach mit gängigen Traditionen. Es erzählte nicht mehr eine Geschichte, sondern viele, die nebeneinander herlaufen. Statt einer Hauptfigur gab es verschiedenste Figuren, die den Roman bevölkern. Dos Passos erzählt gleichzeitig … Weiterlesen In der Stadt [zum Palmsonntag]

Trennungen [Reimpredigt]

Als “Aussatz” galt zu Jesu Zeit die Lepra, eine Hautkrankheit, die Angst und Schrecken wohl erweckt dem, der sich mit ihr angesteckt. Von Mensch zu Mensch, so ist’s belegt, sich dieses Leiden überträgt. So galt, es war schon immer so, der Aussätzige als Risiko. Die Kranken mussten schleunigst ziehen in Aussätzigenkolonien, die man vor Dörfern … Weiterlesen Trennungen [Reimpredigt]