Priester, eine aussterbende Art

Zwei Ereignisse bestimmten meine letzte Woche. Am Freitag war ich Gast bei der Priesterweihe der Jesuiten in Hamburg. Es war ein schönes und außerordentlich fröhliches Fest. Auch dank der ausgelassenen Stimmung beim anschließenden Festessen vermittelte sich der Eindruck, dass es hier wirklich etwas zu feiern gab. Priester zu werden erschien hier als etwas Schönes und durchaus auch Wichtiges.

Drei Tage später dann kam unser Weihekurs (wenn auch nicht ganz vollzählig) zum jährlichen Treffen zusammen. Unser Kurs umfasste damals 11 Weihekandidaten aus vier Bistümern. Heute, 16 Jahre nach der Weihe präsentiert sich der Kurs als eine ziemlich bunte Truppe. Nach dem frühen Tod eines Mitbruders sind wir noch zu zehnt, alle weiterhin Priester. Zwei sind in einen Orden eingetreten, einer arbeitet im Generalvikariat, die anderen in der Pfarrseelsorge. Bei einer Altersspreizung zwischen heute Anfang Vierzig und Mitte Sechzig, unterschiedlichen Herkünften und geistlichen Ausrichtungen, vor allem aber mittlerweile sehr unterschiedlichen Berufsbiografien und Lebenserfahrungen repräsentiert unser Kurs eine relativ große Spannbreite priesterlicher Lebensformen. In unserem routinemäßigen Erfahrungsbericht, der fester Teil des Treffens ist, kamen bei den Anwesenden diesmal zwei Aspekte besonders zum Tragen. Zum einen hatte ich den Eindruck, dass bei allen Schwierigkeiten alle nach wie vor gerne Priester sind. Zugleich beklagten sie das Auseinanderklaffen der persönlichen positiven Wahrnehmung ihres priesterlichen Dienstes in ihrem Arbeitsumfeld und das herrschende öffentliche, negativ konnotierten Priesterbild, wie es etwa auch auf der letzten Versammlung des Synodalen Weges in Frankfurt wieder zum Ausdruck kam. Bei der schematischen Darstellung der Priester als machhungrige, weiße Männer mit einem Hang zur Depressivität, zum Alkohol und der Tendenz zum Kindesmissbrauch fühlten wir uns irgendwie falsch portraitiert. Bei aller durchaus vorhandenen Bereitschaft zur Selbstkritik und durchaus auch wohlmeinender Einstellung gegenüber kirchlichen Reformprozessen fragten wir uns doch, warum es notwendig ist, die Priester undifferenziert und generalisierend in solcher Weise zu kennzeichnen.

In der Tat: Verfolgt man das Presseecho zum Synodalen Weg, auf dem unter anderem der Antrag auf eine Diskussion darüber eine Mehrheit fand, ob man überhaupt Priester brauche, hat man nicht den Eindruck, als ob das Priestertum in seiner bisherigen Gestalt noch überlebensfähig sei. Jetzt muss man einschränkend dazu sagen: Der „Synodale Weg“ hat bislang noch keine Ergebnisse gebracht. Was also in den Enderklärungen stehen wird, ist noch offen. Zudem kann niemand vorhersehen, ob und welche Auswirkungen dieser Prozess der katholischen Kirche in Deutschland haben wird. Zuweilen kommt es mir, zugespitzt gesagt, manchmal so vor, als ob in der Frankfurter Versammlung eher ein Priesterbild der 50er Jahre mit einem philosophischen Instrumentarium der 80er (Foucault) kritisiert wird, um Ergebnisse der 70er Jahre zu produzieren. Die Folgerungen der Synodalversammlung dürften sich im Ergebnis von den Diskussionspapieren des Katholikentags in Essen 1968 nicht fundamental unterscheiden. Zielgerecht hat man das Kirchliche Amt als Störfaktor einer dynamischen Kirchenentwicklung identifiziert. Dass dabei nicht mehr in herkömmlicher Form theologisch gedacht wird, ist bereits bekannt. Die Idee einer „sakramentalen Repräsentation“, die Grundlage des Weihepriestertums ist, gilt heute schon fast als reaktionäre Position. Der örtliche Pfarrer wird längst rein funktional beurteilt, also nach dem was er kann und wie er sich präsentiert. Der Pfarrer ist weniger Repräsentant einer transzendental verorteten kirchlichen Ordnung, sondern eher Filialleiter einer NGO mit Religionsbezug, der durch seine Einsetzung durch die „Zentrale“ in seiner Legitimität fragwürdig ist.[1]  

Allen, die auf eine Abschaffung des bisherigen amtlichen Priestertums oder zumindest seine grundlegende Reform fordern, kann man heute allerdings die Nachricht überbringen: Eine solche Veränderung ist mehr als wahrscheinlich. In welcher Form sie passieren wird, ist allerdings noch offen. Auch ohne weiteres Zutun stirbt das Priestertum in seiner herkömmlichen Form langsam aus. Die Rede vom „Priestermangel“ beschönigt eigentlich die abzusehende dramatische Entwicklung. Sie suggeriert zudem, dass die Kirche in ihrer derzeitigen Form bleiben könnte wie sie ist, wenn es mehr Priester gäbe. Eine solche Sichtweise vernachlässigt gerne die zunehmende Säkularisierung, die schon seit Jahren der allgemeinen Rückgang des kirchlichen Lebens sichtbar werden lässt, ablesbar an den Austrittszahlen, den Zahlen des Gottesdienstbesuches, der sakramentalen Feiern oder des ehrenamtlichen Einsatzes im verfasst kirchlichen Bereich.

Teil dieser Erosionsbewegung ist auch die zurückgehende Zahl der Priester. Diese ist stellt sich zunehmend eindrücklich dar. Ich habe einmal für unser kleines Erzbistum Hamburg durchgezählt. Die Zahlen sind bestimmt nicht 100% genau – plus/minus müssten sie aber stimmen. Demnach gibt es Anfang 2022 voraussichtlich noch ca. 80 Bistumspriester im aktiven Dienst (also ohne Ruheständler). Von diesen arbeiten rund 65 in den Pfarreien, 10 in Sonderaufgaben (Generalvikariat, Kranken- oder Schulpastoral usw.), 5 sind außerhalb des Bistums tätig, etwa in der Militärseelsorge. Dazu kommen ca. 25 Priester die aus Ordensgemeinschaften und anderen Bistümern und Ländern stammen und in der Seelsorge des Bistums arbeiten, eine größere Zahl von Priestern, die für die fremdsprachigen Gemeinden da sind und die Priester unseres Benediktinerklosters. Da für die Ordensgemeinschaften schwer Prognosen möglich sind und wir nicht wissen, in welchem Maß sie auf Dauer im Bistum bleiben werden, würde ich sie bei der folgenden Betrachtung erst einmal ausklammern. Schaut man nämlich allein auf die Bistumspriester, fällt auf: Von den rund 80 Mitbrüdern sind 30 älter als 60 Jahre, gehen also wahrscheinlich innerhalb der nächsten 10 Jahre in den Ruhestand. Von den verbleibenden 50 Priestern sind gerade einmal rund 15 unter 50 Jahre alt. Diese bleiben also in 20 Jahren für den aktiven Dienst erhalten, sofern es keine Abgänge durch Tod, Krankheit, Austritt oder Ordenseintritt gibt,. Bliebe die derzeitige Zahl der Ordenspriester und Priester aus anderen Bistümern erhalten (was nicht wahrscheinlich ist) und gäbe es zukünftig keine Freistellungen für außerdiözesane Aufgaben mehr, müssten wir in den nächsten 20 Jahren rund 60 Priester neu gewinnen, um auf dem derzeitigen Stand zu bleiben. Auch wenn langfristige Prognosen schwierig sind: Derzeit hat das Erzbistum Hamburg niemanden in der Priesterausbildung, so dass es voraussichtlich die nächsten 8-10 Jahre keine Priesterweihen für das Bistum geben wird. Man muss es ganz nüchtern sagen: Ob in 20 Jahren in jeder der derzeitigen Großpfarreien des Bistums überhaupt noch ein Priester arbeiten wird, ist offen.

Dies sind rein statistische Werte. Sie berücksichtigen noch lange nicht die persönlichen Faktoren. Nicht alle Priester sind aus verschiedenen Gründen voll einsatzfähig. Wir erleben also voraussichtlich ein langsames Verschwinden der Priester in ihrer herkömmlichen Form. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wird aber in der Zukunftsplanung der Bistümer erstaunlich selten angesprochen. Schon längst gibt es verschiedene Maßnahmen und Überlegungen, um der heute schon angespannten Situation zu begegnen. Einige davon möchte ich kurz erwähnen:

  • Veränderung der Zulassungsbedingungen zur Priesterweihe: Die Veränderung der Zulassung zur Priesterweihe für Frauen und Verheiratete ist seit Jahrzehnten die wohl populärste Forderung auch unter dem Gesichtspunkt der Gewinnung zusätzlicher Priester (und Priesterinnen). Sie wurde auf dem Synodalen Weg erneut laut. Auch einige Bischöfe zeigen sich in den letzten Jahren offen dafür. Allerdings liegt es nicht in der Hand der Bischöfe, hier Veränderungen einzuführen. Die Maßnahme würde die ganze Weltkirche betreffen. Rom ist hier seit Jahrzehnten sehr zurückhaltend. Eine baldige Veränderung ist nicht abzusehen. Sollten Verheiratete und/oder Frauen zum Priestertum zugelassen werden, würde dies mittelfristig sicher die Zahl der Geweihten erhöhen. Allerdings ist unter den allgemeinen Bedingungen der schrumpfenden Kirche wahrscheinlich auch kein „Ansturm“ auf das Priesteramt zu erwarten.
  • Beschäftigung von Gastpriestern aus dem Ausland: Zahlreiche Diözesen haben bereits seit vielen Jahren Priester aus Indien oder Afrika in ihren Dienst aufgenommen. Weltweit steigt die Zahl der Priester, wie auch die Zahl der Katholiken. In einigen Teilen der Weltkirche gibt es tatsächlich zahlreiche Berufungen zum Priester- und Ordensleben. Die Praxis der Beschäftigung von „Priestern der Weltkirche“ in deutschen Pfarreien ist allerdings umstritten. Zum einen ist es nicht so, dass Priester aus Indien oder Nigeria, Vietnam oder Ghana zu Hause nicht gebraucht würden. Gesamtkirchlich gesehen ist die Zahl der Priester im Verhältnis zur Zahl der Gläubigen auch in Afrika und Asien aktuell bei weitem nicht so hoch wie in Europa. Priester aus anderen Ländern kommen nicht immer freiwillig nach Europa, also aus einem „missionarischen Interesse“. Leider gibt es immer wieder Fälle, in denen die Bischöfe Priester senden, um über deren Gehälter Einnahmen für die Kirche vor Ort zu erhalten. In der Gemeindepraxis gibt es sehr unterschiedliche Erfahrungen des Gelingens oder Misslingens. Auch wenn alle Welt von Vielfalt und Bereicherung und vom Aufbrechen der „weißen“ Dominanz spricht: Wenn es konkret wird zeigt sich, dass die Integration anderer theologischer und kultureller Lebenshorizonte in das eingespielte deutsche Pfarreiwesen nicht immer mühelos gelingt. Bei der Beschäftigung von Gastpriestern denken die Bistümer meist sehr „eurozentristisch“, so als ob die Pastoral bei uns wichtiger wäre als die Pastoral vor Ort. Das Modell der Gastpriester ist also keine Generallösung zur Abhilfe des Priestermangels sondern nur in Teilen eine sinnvolle und für alle Seiten gewinnbringende Maßnahme.
  • Berufungspastoral: Ziel der Berufungspastoral ist es, junge Menschen auf den Priesterberuf aufmerksam zu machen und sie auf dem Weg der Berufsfindung zu begleiten. Das Werben um den Priesterberuf ist in den meisten Bistümern auf ein Werben um kirchliche Berufe insgesamt ausgedehnt worden. Die Tatsache, dass auch in den Orden, den pastoralen Berufsgruppen (Pastoral- und Gemeindereferentinnen), mittlerweile auch in Schule, KiTa und Verwaltung zunehmend Mitarbeiter fehlen, mag einen solchen Schritt sinnvoll erscheinen lassen. Zudem sind die Bestrebungen, die allgemeine christliche Berufung unabhängig von Lebensstand und Beruf zu fördern begrüßenswert. Allerdings führt die Ausdehnung auch zu einer gewissen Schwammigkeit und Allgemeingültigkeit. Zunehmend verschämt wird der Beruf des Priesters nicht mehr offensiv hervorgehoben. Wer aber Priester möchte, muss auch um Priester werben. Die Berufungspastoral kann keine Wunder wirken, ist aber sicher eine sinnvolle, flankierende Maßnahme.
  • Neuorganisation der Pfarreien: Die derzeitige Bildung immer größerer Pfarreien ist der simplen Tatsache geschuldet, dass das Kirchenrecht die Leitung einer Pfarrei an einen Priester, den Pfarrer bindet. Dieses Leitungsprinzip wird zunehmend in Frage gestellt. Die ersten Bistümer versuchen, alternative Leitungsmodelle (etwa im Team mit Ehren- und Hauptamtlichen) zu entwickeln, auch, um die Priester so gut es geht von der administrativen Arbeit zu entlasten. Die weniger werdenden Priester sollen vor allem für ihre Kernaufgaben in der Seelsorge eingesetzt werden. Es ist noch zu früh, um abschließend über das Funktionieren solcher Leitungsmodelle zu urteilen. In unserer derzeitigen Organisationsform, in der Pfarreien oft mittelständischen Unternehmen gleichen, ist eine sinnvolle Aufteilung der Arbeit sicher zu begrüßen. Was geschieht allerdings, wenn es an der einen oder anderen Stelle keinen Priester für das Pfarramt mehr gibt? Die bisherige Praxis, hier durch hauptamtliche Kräfte zu kompensieren ist zur Zeit ein möglicher Ausweg. Im Zuge der prognostizierten Einbrüche bei der Kirchensteuer ist ein solches hauptamtliches System aus finanziellen Gründen nur begrenzt ausdehnbar. Zudem ist langfristig schwer einzuschätzen, wie sich die zukünftige Kirchenfinanzierung gestalten wird. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass auch bei den Pastoralen Diensten Nachwuchsmangel herrscht.
  •  Umverteilung von Aufgaben: Schon jetzt ist es üblich, einige der vormals typischen Priester- oder Diakon-Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Bei der Ausbildung von Leiterinnen für Wortgottesdienste ist das schon fast flächendeckend der Fall. In vielen Bistümern werden zudem Beerdigungen von hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern, teilweise auch von Ehrenamtlichen übernommen. Als nächstes werden die Taufbeauftragungen folgen. Vom priesterlichen Proprium bleiben dann noch die Feier der Eucharistie, der Beichte und der Krankensalbung bestehen. Man kann darin eine Stärkung des gemeinsamen Priestertums der Gläubigen sehen, auch wenn dieses ursprünglich nicht auf die Ausübung kirchlicher Dienste verstanden wurde. Letztlich wird die funktionale „Notwendigkeit“ des Priesters damit zunehmend verringert.
  • Geistlicher Neuaufbau: Ein Großteil priesterlicher Berufungen entsteht aus einem religiösen Aufbruch. Erst wo Menschen sich aus dem vertieften Glaubensleben heraus mit den Fragen ihrer Zukunft beschäftigen, wird die mögliche Wahl eines geistlichen Berufes erst zu einer ernstzunehmenden Möglichkeit. Ohne den Hintergrund eines spirituellen und gemeindlichen Lebens sind die Anreize für den Priesterberuf eher dürftig. Mit einfachen Worten: Priesterberufungen wachsen in religiös lebendigen Gemeinden und Gemeinschaften. In den letzten Jahren sind in einigen Pfarreien Versuche zum geistlichen Neuaufbau gestartet worden. Diese haben vor allem das Ziel einer geistlichen Verlebendigung des kirchlichen Lebens, eine Neufindung gemeindlicher Aktivitäten. Inwiefern dieser Aufbruch auch für die Zahl der geistlichen Berufe Auswirkungen haben hat, lässt sich noch nicht absehen.

Die eben benannten Felder sind Baustellen eigentlich jeder Diözese. Unbezweifelbar stehen wir vor einer geschichtlichen Wende. Das seit etwa 150 Jahren etablierte Pfarreiwesen in Deutschland geht zu Ende. Es werden neue Formen entstehen. Wir müssen uns mittelfristig auf eine Zeit ohne oder mit zumindest nur sehr wenigen Priestern einstellen. Schon jetzt erscheint es daher sinnvoll, sich in den Pfarreien und Gemeinschaften auf diese Wirklichkeit vorzubereiten. Die Förderung der gemeindlichen Spiritualität, die Etablierung neuerer Gottesdienstformen, die Umstellung der Verwaltungstätigkeiten und der Seelsorge sind dazu wichtige Schritte. Wenn sich keine grundlegenden Veränderungen etwa bei der Zulassung zum Priesteramt ergeben (wovon ich erst einmal nicht ausgehe), werden Eucharistiefeiern selten werden. Umso wichtiger scheint es, andere Formen des geistlichen Tuns und gottesdienstlichen Lebens zu fördern. Im Priester begegnen Sie schon heute einer aussterbenden Art. Es wäre schön, wenn dies auch öffentlich-medial mit etwas mehr Freundlichkeit und Wohlwollen erfolgen würde. Was man vermisst weiß man erst, wenn es nicht mehr da ist.


[1] Den theologischen Streit über das Priestertum habe ich hier beschrieben: https://sensusfidei.blog/2019/02/02/drohnen-oder-wozu-brauchen-wir-eigentlich-priester/

2 Kommentare zu „Priester, eine aussterbende Art

  1. Wenn man Kirche sagt, dann meint man Priester bzw. Theologen. Jedes Schreiben, dass Herr Khanji, ehemaliger Vorsitzender des Islamischen Bundes Schwerin, an mich richtete, begann mit den Worten „Ich bin kein Gelehrter, aber meine Auffassung ist …“ Ich erhielt übrigens immer eine theologisch sehr fundierte, sehr weise Antwort auf alle meine Fragen von ihm. Bei den Muslimen und auch im Judentum, so scheint mir, ist die Wertschätzung des Gelehrten, anders als in Deutschland, hoch. In Deutschland, schreibe ich, denn „Open doors“ vermittelt mir einen anderen Eindruck des Christentums in der Welt; eine hohe Bedeutung der Theologen. Als Christin bin ich schon lange nicht mehr in einer Kirche gewesen, weil ich schon lange das Gefühl habe, da stimmt etwas nicht mehr. Ich bin auch aus der katholischen Kirche, damals zuständig, das Bistum Trier, ausgetreten. Zunächst habe ich geglaubt, es fehlen die Priester, zu viele Laien/Händler im Tempel und Jesus fehlt. Aber als ich, kurz vor Redaktionsschluss, zum Artikel vom 05.07.2021 von Dr. Ziegler „Gentherapie mit ZyKoV-D?“ in einem Leserbrief die Frage stellte: „Wo ist denn die Kirche?“, da erhielt ich durch eine Gegenfrage diese Antwort, was auch zeigt, dass die Menschen Euch Theologen zumindest noch beachten: Man schrieb, sinngemäß, (Sie müssen die Leserbriefe etwas durchscrollen): „Sie erwarten noch etwas von denen?“. Und da kam mir zum ersten Mal der Gedanke, ob es denn ein Verlust für Christen wäre, wenn es Euch nicht mehr gäbe? Wir Christen schauen sehr genau auf den Weg, den Ihr geht. Und sind es nicht nur wir Christen, die schauen? Seid ihr Theologen nicht gerade in einer existentiellen Prüfung? Am Fest der Geburt Jesu, seid Ihr also bereit, Christen den Zugang zu einem Gotteshaus zu verweigern? Noch schlimmer, bei der Ausgrenzung, Diffamierung und Demütigung anderer Menschen macht Ihr also mit? Seid Ihr es denn nicht, die Menschen zu Sündenböcken, zu Aussätzigen macht, ihnen eine Schuld in die Schuhe schieben wollt, dabei haben diese Menschen Euch doch gar nichts getan. Das sind ja gar nicht die Händler oder Laien, die das tun. Und kommt Ihr mir hier nicht mit dem Argument, ihr wolltet ja nur Menschen etwas Gutes tun, sie schützen, so sagt Ihr es. Es ist niemals etwas Gutes, Menschen wie Aussätzige zu behandeln. Als Biologin, die ich, was für ein Zufall oder doch kein Zufall, eine sehr fundierte molekulargenetische Ausbildung erhalten habe, Gentechnikerin bin, konnte ich im Oktober 2021-Archiv des „Blitz am Sonntag“ zwei fachliche Beiträge veröffentlichen: „Warum ich mich nicht impfen lasse“ und „Der Fall Bad Doberan“. Der dritte Beitrag „Kurz notiert – Vektor-Impfstoffe“ durfte ich nicht mehr veröffentlichen. Nein, Ihr bekommt keine Absolution, wenn Ihr Euch auf „die Wissenschaft“ oder das RKI oder die Politik beruft, denn es gibt nicht „die Wissenschaftler“, die alle sagen, alles Bestens und in Ordnung. Gentechniker attestieren Euch nicht, humanitär zu handeln, im Gegenteil. Ihr Theologen steht vor einem Scheideweg, am Tag der Geburt Jesu. Ist es nur Zufall, eine Ironie des Schicksals, dass Gott einer Ordensschwester aus Frankreich ein sehr langes Leben schenkte und mehr noch, sie hat sogar ein kleines Interview gegen. Hört genau hin, was sie Euch zu sagen hat (YouTube, F.A.Z. Veröffentlichung mit Übersetzung). Sie ist der zweitälteste Mensch der Welt, mit klarem Verstand, kurz vor ihrem 117. Geburtstag, Corona-positiv getestet, ungeimpft, symptomfrei, also gesund, der Ihr den Zutritt in ein Gotteshaus verweigern würdet? Gott ist euch gnädig gestimmt. Ihr lebt nicht in einer Diktatur. Ihr müsst keine Verhaftung, Deportation und die Ermordung fürchten. Wer Widerstand leistet gegen den keimenden Totalitarismus, wer dem Weg Jesu folgt, dem passiert heute nichts. Etwas Aufregung, einige Unannehmlichkeiten, vielleicht ein schlechter Zeitungsartikel eines Schreiberlings, mehr nicht. Ruft Gott damit nicht gerade zu: „Fürchtet Euch nicht.“ Ihr Theologen steht jetzt an einem Scheideweg. Folgt ihr dem Wort Gottes, nehmt Ihr Euch Jesus zum Vorbild oder geht ihr den anderen Weg, den der jüdische Autor Chaim Noll am 17.11.2021 in seinem bemerkenswerten Artikel „Folgt nicht der Mehrheit zum Bösen“ beschrieben hat.
    Marion Sönnichsen, im November 2021

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  2. Zu meinem Kommentar von eben, es muss natürlich heißen: „Jedes Schreiben, das Herr Khanji, …“ Ein Schreibfehler, Entschuldigung.

    Sie sprechen die menschliche Zelllinie an, die ethisch für die katholische Kirche nicht problematisch ist (Ihr Beitrag „Katholische Kirche und Corona-Impfung“.) Ich bin in dem zensierten Leserbrief kurz darauf eingegangen. Ferner, bitte beachten Sie meinen Satz: „Biontech/Pfizer hat vor der Übertragung von Impfstoffen (gemeint Gentechnik-Impf-Viren) von Mensch zu Mensch gewarnt.“

    Hier ist der unveröffentlichte Leserbrief:
    „Kurz notiert: Vektor-Impfstoffe – Herr Fenner hat richtigerweise auf die Vektor-Impfstoffe verwiesen. Diese Gentechnik-Impfstoffe bestehen aus einem gentechnisch hergestellten Chimären-Virus, welches nicht evolutionär entstanden ist, auch Impf-Virus genannt. Im Fall von AstraZeneca kombiniert man ein Schimpansen-Virus mit einem Teil des Corona-Virus. Das Schimpansen-Virus funktioniert als eine Art Gen-Taxi, welches einen Teil des Corona-Virus in menschliche Zellen einfährt. Aus Sicherheitsgründen schneidet man jene Gene aus diesem Chimären-Konstrukt, welche die Virus-Vermehrung regulieren und packt diese in ein sogenanntes Helfer-Zellsystem; dies besteht idealer Weise aus einer Tumor-Zelllinie. Ziel ist es, zu verhindern, dass sich das Impf-Virus außerhalb des Laborkontextes unkontrolliert vermehren kann. Beim AstraZeneca Impfstoff verwendet man ein Helfer-Zellsystem aus Nierenzellen eines 1973 abgetriebenen Embryos, x-fach genetisch modifiziert, wahrscheinlich transformiert zu Tumorzellen. Eines der Probleme ist, Helfer-Zellsysteme als biologische Systeme sind nicht stabil. Viren können sich Gene aus diesen Helfer-Zellsystemen zurückholen, über die sogenannte genetische Rekombination, und sind dann wieder vollständig rekonstruiert und in der Lage sich in der Wirtszelle autonom zu replizieren. Was kann man Vektor-Geimpften heute sagen: Aussagen zur Wahrscheinlichkeit, dass sich das Gentechnik-Impfvirus zu einem autonom replizierenden Partikel rekonstruiert: unbekannt. Biontech/Pfizer hat vor der Übertragung von Impfstoffen (gemeint Gentechnik-Impf-Vviren) von Mensch zu Mensch gewarnt; zum tumorinduzierendes Potential des Helfer-Zellsystems: unbekannt, zur Induktion von retroviralen Sequenzen im menschlichen Genom: unbekannt, Einfluss auf die reverse Transkriptase-Aktivität (Umschreiben von RNA in DNA; auch in menschlichen Zelllinie nachweisbar): unbekannt … unbekannt, unbekannt, unbekannt … Überspitzt formuliert: Wir sind leider in den Sicherheitsfragen im Jahr 1989 stehengeblieben. Im Jahr 1989 hat man diese offenen Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit dem Antrag zur gentechnischen Produktion von Epo formuliert. Im Unterschied zur Epo-Produktion verwendet man kein Papilloma-Virus, sondern ein Adenovirus des Affen als Gentaxi und wir halten das gentechnisch hergestellte Virus nicht mehr in einem geschlossenen System, sondern setzen es über die Impfung frei. Die offenen Sicherheitsfragen sind gleichgeblieben. Die Produktionszelllinie bestand nicht aus embryonalen Zellen, was zusätzlich ethische Fragen aufwirft, sondern aus Brustdrüsentumorzellen der Maus. (Bezug zum Leserbrief: „Wo ein Wille, da …“, Matthias Fenner, Blitz am Sonntag Nr. 43/31).“

    Was machen Sie eigentlich, wenn das Gentechnik-Impf-Virus ein gefährliches biologisches Potential entwickelt und von Mensch zu Mensch übertragen wird? Was machen Sie, wenn 2-fach Geimpfte sich weigern, wie Drogenabhängige, an der Nadel zu hängen und Folge-Injektionen alle Jahre, jetzt habe ich gehört, sogar alle 4 Wochen, ablehnen? Sind das dann auch die Bösen, die ein- oder ausgesperrt gehören?

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